Das Nextdoor -Experiment geht weiter, und dieses jüngste Beispiel hat mich mit weiteren Fragen zurückgelassen.
Beim Stöbern auf der Plattform Low Country Nextdoor sah ich, dass bei einem Nachbarn ein Beitrag entfernt und sein Konto gesperrt wurde, weil er einen Beitrag auf Französisch verfasst hatte.
Französisch.
Eine Sprache, die von Millionen von Menschen weltweit gesprochen wird.
Die erste Frage, die mir in den Sinn kam:
Wo in Nextdoorsteht, dass Beiträge ausschließlich auf Englisch verfasst sein müssen?
Wenn es nur um das Verständnis des Inhalts ging, stehen unzählige kostenlose Übersetzungstools zur Verfügung. Ein Moderator hätte den Text in Sekundenschnelle in Google Translate einfügen und so feststellen können, ob der Beitrag angemessen ist.
Es ging hier nicht um Atomcodes, Geheimnisse der Area 51 oder den nächsten strategischen Schritt der New York Yankees.
Es handelte sich um einen Nachbarn, der versuchte, mit anderen Nachbarn in Kontakt zu treten.
Das wirft eine größere Frage auf:
Trägt der Moderationsprozess zum Aufbau einer Gemeinschaft bei oder schafft er unbeabsichtigt Hindernisse dafür?
Nextdoor positioniert sich als Plattform zur Vernetzung von Nachbarn. Doch Gemeinschaften sind vielfältig. Menschen sprechen unterschiedliche Sprachen, haben unterschiedliche Hintergründe und kommunizieren auf unterschiedliche Weise.
Ein wirksames Moderationssystem sollte den Kontext berücksichtigen.
Es sollte die Vernetzung fördern.
Die Regeln sollten konsequent angewendet werden.
Dies ist ein weiteres Beispiel, bei dem das unbezahlte Moderatorenmodell von Nextdoor meiner Meinung nach eine genauere Betrachtung verdient:
Welche Schulung erhalten Moderatoren?
Gibt es Richtlinien für sprachbezogene Beiträge?
Gibt es einen Qualitätssicherungsprozess zur Überprüfung von Suspendierungen?
Sind die Entscheidungen in allen Stadtvierteln einheitlich?
Wenn Moderationsentscheidungen als unvorhersehbar wahrgenommen werden, sinkt das Vertrauen in die Plattform.
Als Aktionär verfolge ich weiterhin die geschäftliche Entwicklung. Die Aktie hat sich zuletzt positiv entwickelt, was für Anleger erfreulich ist, doch die langfristige Frage bleibt bestehen:
Kann Nextdoor ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen und gleichzeitig ein einheitliches und vertrauenswürdiges Nutzererlebnis für jeden Nachbarn schaffen?
Gemeinschaft entsteht durch Verbindung – nicht durch unnötige Barrieren.
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