Große Versprechungen, kleine Stichproben: Fragen zur Nextdoor-Studie zum Internetanbieterwechsel

Nextdoor teilte kürzlich einen Artikel mit vielen Statistiken, der behauptet, dass 42 % der Nachbarn planen, ihren Internetanschluss in den nächsten sechs Monaten zu wechseln. Diese Aussage basiert auf einer Umfrage unter 850 US-Erwachsenen. Auf den ersten Blick klingt das nach wertvollen Erkenntnissen für Werbetreibende und Internetanbieter.

Doch wenn wir einen Moment innehalten, wirft die Methodik einige ernsthafte Fragen auf.

Nextdoor betont regelmäßig, dass es über 100 Millionen verifizierte Nachbarn in mehr als 345.000 Nachbarschaften. Wenn Nextdoor von Werbetreibenden und Investoren genau diese Größenordnung und dieses Vertrauen erwartet, dann wirkt eine Stichprobe von 850 Erwachsenen … recht klein.

Folgendes ergibt für mich keinen Sinn:

  • Warum nur 850 Erwachsene , wenn die Plattform über 100 Millionen verifizierte Nutzer angibt?

  • Wer hat die Stichprobe ausgewähltund aus welchen Stadtteilen?

  • Wie groß ist die Fehlermarge dieser Daten?

  • Waren die Befragten gleichmäßig über Regionen, Einkommensgruppen und städtische bzw. ländliche Gebiete verteilt?

  • Wenn „jeder dritte Nutzer auf Nextdoor angewiesen ist“ (laut Nextdoors eigener Website), warum war die Stichprobe dann nicht deutlich größer oder transparenter?

  • Lässt sich anhand dieser Stichprobe das Verhalten bei der Wahl des Internetanbieters auf nationaler oder lokaler Ebene tatsächlich vorhersagen?

Um es klarzustellen: Ich bestreite nicht, dass den Menschen Zuverlässigkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis oder dass viele Haushalte bereit sind, den Anbieter zu wechseln. Das ist ja offensichtlich.

Ich frage mich, ob diese Studie in ihrer jetzigen Form aussagekräftig genug ist, um das Vertrauen zu rechtfertigen, das Nextdoor von seinen Werbetreibenden erwartet.

Wenn Forschungsergebnisse genutzt werden, um Reichweite zu verkaufen, Kaufentscheidungen zu beeinflussen oder Werbeausgaben zu rechtfertigen, ist die Methodik genauso wichtig wie die Überschrift. Ohne Klarheit über Stichproben, Fehlerraten und demografische Streuung besteht die Gefahr, dass die Daten eher Marketing als Messung darstellen.

Wenn Nextdoor in Sachen Reichweite führend sein will, muss es auch mit Strenge führen.

Große Zahlen werfen große Fragen auf.

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