Genesungsbericht: Die Blase, die Blutgefäße und der verkrustete Arm
Heute war mein Nachsorgetermin eine Woche nach der Entfernung des Silikonöls aus meinem linken Auge, und anscheinend brauchte meine Genesungsgeschichte noch eine weitere Wendung.
Zunächst das einfache Update.
Mein Arm wird immer verkrusteter.
Das klingt ekelhaft, weil es ehrlich gesagt auch ekelhaft aussieht. Die Schürfwunden, die ich mir durch die Auseinandersetzung mit meiner Prothese, der Schwerkraft und dem Teppich zugezogen habe, verkrusten immer noch. Sie mögen zwar medizinisch gesehen verheilen, aber ästhetisch sind wir noch weit von einer Neutrogena-Werbung entfernt.
Nun zurück zum Auge.
Seit einigen Tagen spreche ich über den Horizont, die Vinaigrette, die Sonnenfinsternis und seit Kurzem auch über diesen durchscheinenden Punkt oder diese Blase, die in meinem Sichtfeld herumschwebt.
Natürlich war das auch eines der Dinge, die ich bei meinem heutigen Termin ansprechen wollte.
Die gute Nachricht
Der Arzt schaute sich mein Auge an und konnte den durchscheinenden Punkt, den ich sehe, nicht feststellen.
Okay. Das ist ermutigend.
Offenbar ist das, was ich sehe, nichts Offensichtliches, was da in meinem Auge sitzt und ihm zuwinkt.
Die schlechte Nachricht
Er meinte, was ich sehe, könnte eine Luftblase sein.
Nachdem ich die letzte Woche damit verbracht habe, mein Auge als Flugzeugcockpit zu beschreiben, scheint es, als ob tatsächlich Luft im Spiel sein könnte.
Sowas kann man sich nicht ausdenken.
Der Horizont schrumpfte. Die Vinaigrette verschwand. Die Sonnenfinsternis kam und ging.
Jetzt habe ich möglicherweise meine eigene winzige Wasserwaage.
👁️🫧
Und dann kamen die WIRKLICH schlechten Nachrichten
Das war der Teil der Terminvereinbarung, auf den ich mich nicht besonders freute.
Der Arzt ist so besorgt über die Blutgefäße im hinteren Teil meines Auges, dass ich möglicherweise Injektionen ins Auge benötige, um weitere Blutungen oder Probleme mit diesen Gefäßen zu verhindern.
Ja.
Schüsse. In. Mein. Auge.
Ich habe eine Amputation erlebt.
Ich habe Erfahrung mit Dialyse.
Ich hatte eine Netzhautoperation.
Mir wurde Silikonöl ins Auge geträufelt.
Mir wurde Silikonöl aus dem Auge entfernt.
Und irgendwie schafft es der Ausdruck „Injektion ins Auge“ immer noch, meine Aufmerksamkeit zu erregen.
Ich sage nicht, dass das schon definitiv passiert. Das ist die Möglichkeit, die wir jetzt diskutieren, und wir werden sehen, wie sich die Dinge weiterentwickeln.
Im Moment setze ich meinen Genesungsprozess fort und achte sehr genau darauf, was ich sehen kann – und was nicht.
Die gute Nachricht ist, dass ich besser sehe als unmittelbar nach der Operation.
Die seltsame, durchsichtige Blase ist immer noch da.
Der Arm verwandelt sich immer mehr in eine einzige riesige, verkrustete Schorfwunde.
Und anscheinend hat mein linkes Auge beschlossen, dass eine Operation nicht genug Material für diesen Blog ist.
Bleiben Sie dran.
Bei dem Tempo entwickelt mein Auge morgen vielleicht schon WLAN.
Offenbar hat mein Auge jetzt eine Sonnenfinsternis
Ein weiterer Tag, ein weiteres Update aus dem Cockpit von Left Eye Airlines, wo das Bordunterhaltungsprogramm offenbar von Luftfahrtinstrumenten auf Astronomie umgestellt wurde.
Die gute Nachricht ist, dass der Horizont kleiner wird.
Die weniger gute Nachricht?
Es ist immer noch da.
Die seltsame Linie in meinem Sichtfeld, die ich mit der Horizontanzeige im Flugzeugcockpit verglichen habe, ist noch nicht ganz verschwunden. Sie nimmt aber weniger Platz ein als zuvor, was ich als Fortschritt werte.
Doch heute habe ich einen weiteren visuellen Effekt entdeckt.
Und der hier ist seltsam.
Ich besuchte ein Treffen einer Selbsthilfegruppe und hatte viel Lesestoff dabei. Ich verbrachte viel Zeit damit, auf das Material zu starren, und da bemerkte ich, dass sich in meinem Blickfeld etwas veränderte.
Es sieht aus wie eine Sonnenfinsternis.
🌞🌑
Nicht der Mitsubishi Eclipse.
Zugegebenermaßen wäre ein turbogeladener Mitsubishi aus den 1990er Jahren deutlich unterhaltsamer als das, was mein linkes Auge im Moment leistet.
Ich meine eine Sonnen- und Mondfinsternis.
Wenn ich nach unten schaue, werden die Dinge direkt in der Mitte meines Sichtfelds sehr dunkel. Da ist dieser dunkle, kreisförmige Bereich, der mich an den Mond erinnert, der vor der Sonne vorbeizieht.
Wir haben also das Instrumentenpanel von Left Eye Airlines offiziell aufgerüstet.
Zuerst hatte ich einen Horizontindikator.
Dann waren wir offenbar beim Klettern.
Dann begann der Horizont zu schrumpfen.
Und nun?
Offenbar erleben wir gerade eine totale Sonnenfinsternis in etwa Reiseflughöhe.
Das Auge selbst ist, wie man auf dem Foto sehen kann, noch ziemlich rot. Es schmerzt auch manchmal.
Schmerzbehandlung ist für mich nicht so einfach, wie einfach zu dem zu greifen, was gerade im Medizinschrank ist. Ich habe eine Nierenerkrankung im Endstadium, daher kommt Ibuprofen für mich nicht in Frage, und ich nehme auch kein Aspirin. Das heißt, ich greife nicht einfach so danach, wenn mein Auge anfängt zu schmerzen.
Im Moment beobachte ich weiterhin genau, was mit dem Auge passiert, und verfolge den Heilungsprozess.
Und dann ist da noch mein Arm.
Es gibt wirklich keine elegante Art, das heutige Update zum Thema Arm zu beschreiben.
Das sieht einfach nur widerlich aus.
Die Schramme, die ich mir bei meiner Auseinandersetzung mit meiner Prothese, der Schwerkraft und dem Teppich zugezogen habe, heilt noch, aber optisch hat sie bereits jenes wunderbare Stadium erreicht, in dem jemand das Bild betrachten und berechtigterweise fragen könnte:
"Was zum Teufel ist mit dir passiert?"
Die Antwort bleibt bestehen:
Ich fiel.
Offenbar glaubt mein Arm jedoch, er sei gleichzeitig in einen Motorradunfall, eine Kneipenschlägerei und einen Bärenangriff verwickelt gewesen.
Der heutige Stand der Erholungsergebnisse:
Horizont: Kleiner, aber noch vorhanden. ✈️
Sehvermögen: Besserung, aber seltsam. 👁️
Zentrum des Blickfelds: Verdunkelungsmodus aktiviert. 🌞🌑
Auge: Immer noch rot und gelegentlich schmerzhaft.
Arm: Absolut widerlich.
Humor: Irgendwie noch funktionsfähig.
Der Genesungsprozess verläuft nicht immer geradlinig.
Manchmal ist es ein Horizont.
Manchmal ist es eine Blase.
Manchmal ist es Vinaigrette.
Und anscheinend findet manchmal eine Sonnenfinsternis im eigenen Auge.
Bei diesem Tempo bin ich etwas besorgt darüber, was morgen der Spezialeffekt sein wird.
Kapitän Niel meldet sich von Left Eye Airlines ab. Bitte schauen Sie nicht direkt in die Sonnenfinsternis. ✈️👁️🌑
Left Eye Airlines gewinnt an Höhe
Ein weiterer Tag, ein weiteres Update aus dem immer komplizierter werdenden Cockpit meines linken Auges.
Und heute habe ich tatsächlich gute Neuigkeiten:
Ich kann etwas besser sehen.
Nicht 20/20; Brille wegwerfen; die unterste Zeile der Sehtafel besser lesen.
Aber besser.
Seit Freitag nehme ich viermal täglich drei verschiedene Augentropfen. Mittlerweile ist die Anwendung von Augentropfen quasi zu einem Teilzeitjob geworden.
Morgens: Tropfen.
Später: Tropfen.
Nachmittags: Tropfen.
Abends: Sie ahnen es schon ... noch mehr Tropfen.
Aber irgendetwas scheint sich zu tun.
Die seltsame Horizontanzeige, die ich beschrieben habe, verändert sich erneut. Wenn ich geradeaus schaue, ist am unteren Rand meines Sichtfelds immer noch eine sichtbare Blase zu erkennen.
Offenbar geht der kostenlose Vinaigrette-Service an Bord von Left Eye Airlines endlich zur Neige. 🥗
Die Blase ist noch nicht ganz verschwunden, aber ich kann mit dem linken Auge etwas besser sehen als vorher.
Ich nehme es.
Leider scheint sich zwar mein Auge zu bessern, aber der Rest meines Körpers hat offenbar mehrere Beschwerden über den Behandlungsplan eingereicht.
Die Antibiotika machen mir den Magen total kaputt.
Ich vertrage Antibiotika ohnehin nicht besonders gut, und mein Magen hat seine Meinung dazu sehr deutlich gemacht:
NEIN DANKE.
Dann gibt es noch die Steroide.
Die vertrage ich gut.
Sie tun etwas viel Gefährlicheres.
Davon bekomme ich Hunger.
Nicht regelmäßig hungrig.
Steroidhungrig.
Die Art von Hunger, bei der man etwas isst und der Magen sofort wieder knurrt:
"Das war die Vorspeise, richtig?"
Die aktuelle Punktetabelle zur Erholung sieht also ungefähr so aus:
Linkes Auge: Besserung. 👁️
Blase: Immer noch unten. 🫧
Magen: Rebelliert gegen die Antibiotika.
Appetit: Bereitet sich offenbar auf den Winterschlaf vor.
Arm: Erholt sich immer noch von meiner jüngsten Auseinandersetzung mit der Prothese, der Schwerkraft und dem Teppich.
Die Fotos lassen alles weiterhin deutlich dramatischer erscheinen, als es sich anfühlt, besonders der Arm. Aber verglichen mit dem Zustand vor wenigen Tagen bin ich mit jedem kleinen Fortschritt.
Und was vielleicht am wichtigsten ist: Kapitän Niel scheint vom Cockpit aus eine etwas bessere Sicht zu haben.
Wir haben die Reiseflughöhe noch nicht erreicht.
Das Anschnallzeichen leuchtet definitiv noch.
Aber ich glaube, dass wir zum ersten Mal seit einigen Tagen die Start- und Landebahn tatsächlich sehen können.
Und die Vinaigrette?
Fast nicht mehr im Angebot. ✈️👁️🥗🫧
Tag 2: Mein Auge hat schon bessere Tage gesehen 👁️
Zwei Tage nachdem das Silikonöl aus meinem Auge entfernt wurde, und so sieht es jetzt aus.
Wie man auf dem Bild sieht, ist mein Auge immer noch sehr rot und gereizt. Es sieht momentan so aus, als hätte ich entweder eine Augenoperation gehabt oder meinen Gegner in einer Kneipenschlägerei gewaltig unterschätzt.
Zur Information: Augenoperation.
Das Seltsamste ist nach wie vor das Sehen. Ich schaue immer noch durch etwas, das sich anfühlt wie ein Glas trüber Flüssigkeit, komplett mit einer sichtbaren Linie, die sich durch die Schwerkraft verschiebt.
Es ist, als hätte mir jemand eine winzige Wasserwaage ins Auge, nur dass diese beim Aufhängen von Bildern deutlich weniger nützlich ist.
Ich nehme weiterhin viermal täglich meine Augentropfen – eine Kombination aus Antibiotikum und Steroid. Ich habe mehrmals nachgesehen, und trotz der Steroide bin ich weder grün geworden, habe mir das Hemd vom Leib gerissen noch bin ich zum Hulk geworden.
Enttäuschend.
Nachts trage ich die Augenschutzschiene wieder, um alles während des Heilungsprozesses zu schützen. Nächste Woche habe ich dann einen Kontrolltermin beim Netzhautchirurgen, um den Heilungsfortschritt überprüfen zu lassen.
Zur Zeit?
Rote Augen. Verschwommenes Sehen. Augentropfen. Augenschutz.
Und anscheinend habe ich einen Platz in der ersten Reihe, um die Schwerkraft aus meinem eigenen Auge heraus zu beobachten.
Der zweite Tag der Genesung geht weiter.
Die Augenklappe wurde abgenommen. Und dann ging der Spaß erst richtig los. 👁️
Heute, nach der Dialyse, ging ich zur Nachuntersuchung der gestrigen Silikonölentfernung zurück zum Netzhautchirurgen.
Und die Augenklappe wurde abgenommen.
Dort begann der Spaß.
Zunächst einmal sieht mein Auge aus, als hätte man es in einer Kneipenschlägerei verprügelt. Es ist gequetscht, gereizt und ja – es schmerzt.
Aber seltsamerweise ist das noch nicht das Schlimmste.
Der Blick durch dieses Auge ist im Moment wie der Blick durch ein Glas, das mit trüber Flüssigkeit gefüllt ist, die sich langsam unter dem Einfluss der Schwerkraft zu glätten versucht.
Da ist eine Linie. Da ist trübes Zeug. Es bewegt sich.
Im Grunde hat mir jemand eine Schneekugel ins Auge eingesetzt und vergessen, Schnee hineinzufüllen.
Offenbar gehört dies nun zum Heilungsprozess.
Ich bin jetzt auch auf Augentropfen umgestiegen, die ich viermal täglich. Eines ist ein Antibiotikum, das andere ein Steroid.
Wenn ihr mich also nächste Woche seht und ich grün bin, 2,40 Meter groß und „HULK SMASH!“, dann wisst ihr, dass die Steroidtropfen etwas zu gut gewirkt haben.
In der kommenden Woche werde ich die Tropfen weiter anwenden, die Heilung genau beobachten – im wahrsten Sinne des Wortes – und nachts meine Augenschutzschiene tragen, damit ich im Schlaf nicht versehentlich daran herumspiele.
Dann geht es in einer Woche wieder zum Netzhautchirurgen, um zu sehen, wie alles voranschreitet.
Bis dahin bin ich auf Dialyse, Augentropfen, eine Schutzbrille und mein ganz persönliches, trübes Aquarium angewiesen, das an meinem Gesicht befestigt ist.
Die Erholung schreitet voran.