Offenbar hat mein Auge jetzt eine Sonnenfinsternis
Ein weiterer Tag, ein weiteres Update aus dem Cockpit von Left Eye Airlines, wo das Bordunterhaltungsprogramm offenbar von Luftfahrtinstrumenten auf Astronomie umgestellt wurde.
Die gute Nachricht ist, dass der Horizont kleiner wird.
Die weniger gute Nachricht?
Es ist immer noch da.
Die seltsame Linie in meinem Sichtfeld, die ich mit der Horizontanzeige im Flugzeugcockpit verglichen habe, ist noch nicht ganz verschwunden. Sie nimmt aber weniger Platz ein als zuvor, was ich als Fortschritt werte.
Doch heute habe ich einen weiteren visuellen Effekt entdeckt.
Und der hier ist seltsam.
Ich besuchte ein Treffen einer Selbsthilfegruppe und hatte viel Lesestoff dabei. Ich verbrachte viel Zeit damit, auf das Material zu starren, und da bemerkte ich, dass sich in meinem Blickfeld etwas veränderte.
Es sieht aus wie eine Sonnenfinsternis.
🌞🌑
Nicht der Mitsubishi Eclipse.
Zugegebenermaßen wäre ein turbogeladener Mitsubishi aus den 1990er Jahren deutlich unterhaltsamer als das, was mein linkes Auge im Moment leistet.
Ich meine eine Sonnen- und Mondfinsternis.
Wenn ich nach unten schaue, werden die Dinge direkt in der Mitte meines Sichtfelds sehr dunkel. Da ist dieser dunkle, kreisförmige Bereich, der mich an den Mond erinnert, der vor der Sonne vorbeizieht.
Wir haben also das Instrumentenpanel von Left Eye Airlines offiziell aufgerüstet.
Zuerst hatte ich einen Horizontindikator.
Dann waren wir offenbar beim Klettern.
Dann begann der Horizont zu schrumpfen.
Und nun?
Offenbar erleben wir gerade eine totale Sonnenfinsternis in etwa Reiseflughöhe.
Das Auge selbst ist, wie man auf dem Foto sehen kann, noch ziemlich rot. Es schmerzt auch manchmal.
Schmerzbehandlung ist für mich nicht so einfach, wie einfach zu dem zu greifen, was gerade im Medizinschrank ist. Ich habe eine Nierenerkrankung im Endstadium, daher kommt Ibuprofen für mich nicht in Frage, und ich nehme auch kein Aspirin. Das heißt, ich greife nicht einfach so danach, wenn mein Auge anfängt zu schmerzen.
Im Moment beobachte ich weiterhin genau, was mit dem Auge passiert, und verfolge den Heilungsprozess.
Und dann ist da noch mein Arm.
Es gibt wirklich keine elegante Art, das heutige Update zum Thema Arm zu beschreiben.
Das sieht einfach nur widerlich aus.
Die Schramme, die ich mir bei meiner Auseinandersetzung mit meiner Prothese, der Schwerkraft und dem Teppich zugezogen habe, heilt noch, aber optisch hat sie bereits jenes wunderbare Stadium erreicht, in dem jemand das Bild betrachten und berechtigterweise fragen könnte:
"Was zum Teufel ist mit dir passiert?"
Die Antwort bleibt bestehen:
Ich fiel.
Offenbar glaubt mein Arm jedoch, er sei gleichzeitig in einen Motorradunfall, eine Kneipenschlägerei und einen Bärenangriff verwickelt gewesen.
Der heutige Stand der Erholungsergebnisse:
Horizont: Kleiner, aber noch vorhanden. ✈️
Sehvermögen: Besserung, aber seltsam. 👁️
Zentrum des Blickfelds: Verdunkelungsmodus aktiviert. 🌞🌑
Auge: Immer noch rot und gelegentlich schmerzhaft.
Arm: Absolut widerlich.
Humor: Irgendwie noch funktionsfähig.
Der Genesungsprozess verläuft nicht immer geradlinig.
Manchmal ist es ein Horizont.
Manchmal ist es eine Blase.
Manchmal ist es Vinaigrette.
Und anscheinend findet manchmal eine Sonnenfinsternis im eigenen Auge.
Bei diesem Tempo bin ich etwas besorgt darüber, was morgen der Spezialeffekt sein wird.
Kapitän Niel meldet sich von Left Eye Airlines ab. Bitte schauen Sie nicht direkt in die Sonnenfinsternis. ✈️👁️🌑
Left Eye Airlines gewinnt an Höhe
Ein weiterer Tag, ein weiteres Update aus dem immer komplizierter werdenden Cockpit meines linken Auges.
Und heute habe ich tatsächlich gute Neuigkeiten:
Ich kann etwas besser sehen.
Nicht 20/20; Brille wegwerfen; die unterste Zeile der Sehtafel besser lesen.
Aber besser.
Seit Freitag nehme ich viermal täglich drei verschiedene Augentropfen. Mittlerweile ist die Anwendung von Augentropfen quasi zu einem Teilzeitjob geworden.
Morgens: Tropfen.
Später: Tropfen.
Nachmittags: Tropfen.
Abends: Sie ahnen es schon ... noch mehr Tropfen.
Aber irgendetwas scheint sich zu tun.
Die seltsame Horizontanzeige, die ich beschrieben habe, verändert sich erneut. Wenn ich geradeaus schaue, ist am unteren Rand meines Sichtfelds immer noch eine sichtbare Blase zu erkennen.
Offenbar geht der kostenlose Vinaigrette-Service an Bord von Left Eye Airlines endlich zur Neige. 🥗
Die Blase ist noch nicht ganz verschwunden, aber ich kann mit dem linken Auge etwas besser sehen als vorher.
Ich nehme es.
Leider scheint sich zwar mein Auge zu bessern, aber der Rest meines Körpers hat offenbar mehrere Beschwerden über den Behandlungsplan eingereicht.
Die Antibiotika machen mir den Magen total kaputt.
Ich vertrage Antibiotika ohnehin nicht besonders gut, und mein Magen hat seine Meinung dazu sehr deutlich gemacht:
NEIN DANKE.
Dann gibt es noch die Steroide.
Die vertrage ich gut.
Sie tun etwas viel Gefährlicheres.
Davon bekomme ich Hunger.
Nicht regelmäßig hungrig.
Steroidhungrig.
Die Art von Hunger, bei der man etwas isst und der Magen sofort wieder knurrt:
"Das war die Vorspeise, richtig?"
Die aktuelle Punktetabelle zur Erholung sieht also ungefähr so aus:
Linkes Auge: Besserung. 👁️
Blase: Immer noch unten. 🫧
Magen: Rebelliert gegen die Antibiotika.
Appetit: Bereitet sich offenbar auf den Winterschlaf vor.
Arm: Erholt sich immer noch von meiner jüngsten Auseinandersetzung mit der Prothese, der Schwerkraft und dem Teppich.
Die Fotos lassen alles weiterhin deutlich dramatischer erscheinen, als es sich anfühlt, besonders der Arm. Aber verglichen mit dem Zustand vor wenigen Tagen bin ich mit jedem kleinen Fortschritt.
Und was vielleicht am wichtigsten ist: Kapitän Niel scheint vom Cockpit aus eine etwas bessere Sicht zu haben.
Wir haben die Reiseflughöhe noch nicht erreicht.
Das Anschnallzeichen leuchtet definitiv noch.
Aber ich glaube, dass wir zum ersten Mal seit einigen Tagen die Start- und Landebahn tatsächlich sehen können.
Und die Vinaigrette?
Fast nicht mehr im Angebot. ✈️👁️🥗🫧